Österreichischer Verfassungsgerichtshof hebt § 28 Abs. 2 DSG auf

Der österreichische VfGH hat in einem Erkenntnis vom 8. Oktober 2015 § 28 Abs. 2 des österreichischen Datenschutzgesetzes als verfassungswidrig mit Wirkung zum 31. 12. 2016 aufgehoben.

§ 28 Abs. 2 lautet. „Gegen eine nicht gesetzlich angeordnete Aufnahme in eine öffentlich zugängliche Datenanwendung kann der Betroffene jederzeit auch ohne Begründung seines Begehrens Widerspruch erheben. Die Daten sind binnen acht Wochen zu löschen.“ Die Bestimmung war von der Judikatur insb. so ausgelegt worden, dass aus ihr ein „automatischer“ Anspruch Betroffener auf Löschung ohne weitere Interessensabwägung insb. bei Einträgen in  Auskunfteien und Bewertungsportalen folgen würde.

Die Verfassungswidrigkeit der Norm war schon 2009 in mehreren Publikationen von Nikolaus Forgó und dem (ehemaligen) IRI-Mitarbeiter Markus Kastelitz in Zweifel gezogen worden, die vom VfGH nun auch zitiert werden.

UN-Special Rapporteur on the right to privacy: Joe Cannataci

The UN Homan Rights Council has appointed its first Special Rapporteur on the right to privacy: The successful candidate is Joe Cannataci.  The rapporteuer’s tasks include

-„to identify possible obstacles to the promotion and protection of the right to privacy, to identify, exchange and promote principles and best practices at the national, regional and international levels, and to submit proposals and recommendations to the Human Rights Council in that regard, including with a view to particular challenges arising in the digital age;

-to report on alleged violations, wherever they may occur, of the right to privacy“

The Special rapporteur is appointed for a period of three years.

IRI congratulates Joe Cannataci most warmly and is more then proud about his election as we have been closely working together with Joe in European research projects such as SMART, CONSENT, RESPECT, MAPPING and EVIDENCE for many years.

Joe got notice of his appointment right after having left Hannover/IRI from an evidence-meeting today.

 

Leistungsschutzrecht für Presseverleger wird in Österreich (vorläufig) doch nicht beschlossen

Überraschenderweise wird der österreichische Ministerrat laut Medienberichten (vgl.  https://netzpolitik.org/2015/vorerst-doch-kein-leistungsschutzrecht-in-oesterreich-ehrenrunde-bei-eu-kommission/http://derstandard.at/2000017490464/Urheberrecht-Leistungsschutzrecht-wird-vorerst-nicht-beschlossen ; http://kurier.at/kultur/medien/fix-leistungsschutzrecht-wird-verschoben/ ) am 16. 6. 2015 einen Entwurf der Urheberrechtsgesetz-Novelle beschließen, der das umstrittene Leistungsschutzrecht für Presseverleger nun doch nicht enthält. Grund sei die nun (doch) geplante Notifizierung bei der Europäischen Kommission. Dazu finden sich Argumente in der Stellungnahme von Nikolaus Forgó im Begutachtungsverfahren.