Legal StartUps

Am 13.11.2014 veranstaltete das Institut für Rechtsinformatik eine Veranstaltung mit dem Titel „Legal StartUps“. Über 30 Personen bestehend aus Vertretern erfolgreicher StartUps, EULISP Studenten, Schwerpunkt Studenten, Mitarbeitern des IRI, Prof. Forgó sowie Prof. Heinze nahmen teil. Die Studenten des EULISP Programms stellten ihre Ideen für StartUps vor – die bereits erfolgreichen StartUps berichteten von ihrem Werdegang.

Die Studenten hatten verschiedenste Ideen. Vorgestellt wurden ein veganer Lieferservice, eine Informationsplattform welche genaue ortsbasierte Kriminalitätsstatistiken zur Verfügung stellt und eine Idee, welche die gesamte medizinische Versorgung optimieren soll. Erörtert wurden vor allem die rechtlichen Problemstellungen, welche die Projekte mit sich brächten, Fragen der Finanzierung sowie des Wettbewerbs. Nach den Vorträgen stellten sich die Studenten den Fragen des Auditoriums.

Britta Görtz stellte das Projekt „Qabel“ vor, für welches sie die Verantwortung des Marketings trägt. Das Projekt sei aus der Problemstellung heraus entstanden, dass immer mehr Daten in die Cloud wandern und die Verwendung von Instant-Messengern immens angestiegen sei. Die Sicherheit der Daten wurde dabei allerdings vernachlässigt. Cloud-Systeme und Instant-Messenger verwenden unsichere Verschlüsselungsmethoden. Staatliche Institutionen können ohnehin über eine Hintertür, welche nach der Norm § 110 TKG jeder größere Dienstleister einbauen muss, auf die Daten zugreifen. Qabel möchte in Zukunft jeder Person ermöglichen, seine Daten sicher zu verschlüsseln. Dazu wird die Verschlüsselungstechnologie AES 256 verwendet. Die Ver- und Entschlüsselung findet ausschließlich auf dem Endgerät statt, wo der einzige Schlüssel liegt. So wird gewährleistet, dass die Daten nur vom Benutzer gelesen werden können. Qabel wurde als quelloffenes System entwickelt. Das Projekt wurde am 15.01.2014 mit einer Förderung von HannoverImpuls gegründet. Derzeit befindet sich das Programm noch in einer nicht-öffentlichen Alpha-Phase.

Ein Vertreter von „123recht.net“ (2000 gegründet) stellte das Projekt vor, aus welchem u.a. auch die populäre Seite „frag-einen-anwalt.de“ (2004 gegründet) hervorgegangen ist. Die Seite verzeichnet ungefähr 1500 Fragen monatlich. Das Prinzip ist folgendes: Rechtshilfesuchende stellen auf der Plattform eine (anonymisierte) Rechtsfrage und loben für die Antwort einen bestimmten Betrag aus. Von der Plattform verifizierte Anwälte haben dann die Möglichkeit, die Frage zu beantworten und den ausgelobten Betrag zu erhalten. In der Regel kriegt der Hilfesuchende innerhalb von 10 bis 15 Minuten eine Antwort. Für Anwälte ist dieser Service vor allem aus Marketinggründen interessant – nach der Beantwortung besteht die Möglichkeit den Anwalt direkt zu mandatieren.

Thorsten Ranus stellte das Unternehmen HannoverImpuls GmbH vor. Das Tochterunternehmen von Hannover und der Region Hannover hat zur Aufgabe die Branchenentwicklung zu unterstützen und Gründungsprojekte zu begleiten. Potentiell können StartUps mit der Unterstützung von HannoverImpuls Investitionen von bis zu 1,5 Millionen Euro erhalten.

Die wissenschaftliche Plattform „ResearchGate“ wurde von Dennis R. Jlussi vorgestellt. ResearchGate stellt ein soziales Netzwerk für Wissenschaftler dar, welches den Austausch von Publikationen und Reviews ermöglicht. Es soll „die Wissenschaft schneller“ machen. Es wurde 2007 von zwei Ärzten der MHH gegründet und zählt heute 5 Millionen registrierte Nutzer sowie 14 Millionen Volltexte. Außerdem beschäftigt das Unternehmen über 120 Mitarbeiter.

Sodann wurde die freie Rechtssprechungsdatenbank „openJur“ vorgestellt, welche als Verein geführt wird und seit 2008 existiert. Heute sind über 340 000 Entscheidungen online und der Dienst ist der größte nicht-kommerzielle Anbieter von Gerichtsentscheidungen in Deutschland. Im Gegensatz zu kommerziellen Anbietern sollen auf openJur keine Entscheidungen „offline“ genommen werden. Probleme stellen sich für den Verein insbesondere im Bereich der Veröffentlichungs- und Kostentragungspflicht der Urteilsbegründungen. Der Verein zählt 11 Mitglieder, wovon 3 bis 4 aktiv sind.

Abschließend stellte Susanne Oetzmann von uni transfer, der Gründungsservice der Universität, welcher seit 1997 Universität-Gründungen fördert, das EXIST-Gründerstipendium vor. Das Stipendium richtet sich an Ideen von Absolventen oder wissenschaftlichen Mitarbeiter, welche einen hohen Grad an Innovation aufweisen. Als Unterstützung können die Stipendiaten potentiell Unterhaltungskosten, Arbeitsplätze, Sachmittel, die Erlaubnis zur Nutzung von Laboratorien, Rechenzentren etc. erhalten. Durchschnittlich wird die innovative Idee so mit 90 000 € im Jahr gefördert.

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