3. Nationales Biobanken-Symposium

BiobankLogogeschrieben von Ass. iur. Stefanie Hänold

Am 3. und 4. Dezember 2014 fand in Berlin das
3. Nationale Biobanken-Symposium zu dem Thema „Biobanken-Forschung in Deutschland: Vom Konzept zur Realisierung“ statt. Ausrichter des Symposiums war das deutsche Biobanken-Register und der Verein TMF.

 

Das Symposium dient nicht nur als Plattform für den Austausch von aktuellen Forschungsergebnissen, und der Diskussion über neue Entwicklungen, sondern auch dem Knüpfen von Kontakten und einer verstärkten Zusammenarbeit auf dem Biobanksektor, insbesondere soll die Kooperation von akademischen Einrichtungen und der Industrie gefördert werden.

Nicht jeder weiß gleich etwas mit dem Begriff „Biobank“ anzufangen. Biobanken sind Sammlungen von Proben menschlicher Körpersubstanzen (z.B. Zellen, Gewebe, Blut und DNA als materieller Träger genetischer Information), die mit personenbezogenen Daten und Informationen ihrer Spender verknüpft sind bzw. verknüpft werden können. Biobanken haben einen Doppelcharakter als Proben- und Datensammlungen (Nationaler Ethikrat, Biobanken für die Forschung, Stellungnahme von 2004). Ihre Bedeutung für die medizinische Forschung ist als sehr wichtig einzuschätzen. Forscher können mit den dort gelagerten Proben und gespeicherten Daten Ursachen und Mechanismen von Krankheiten aufklären. Durch das immer bessere Verständnis des menschlichen Genoms können nicht nur äußere Faktoren wie Umwelteinflüsse oder Lebensstil, sondern zunehmend auch Erbanlagen als Krankheitsursachen nachgewiesen werden (genetische Epidemiologie) (ebd.).

Neben zahlreichen technischen Entwicklungen wurden auch rechtliche und ethische Fragen diskutiert. Themenschwerpunkte waren die Notwendigkeit eines erneuten Ethikkommissions-Votums vor jeder Materialherausgabe bei einer unter einem „broad consent“ operierenden Biobank, die Erforderlichkeit von (mehr) Öffentlichkeitsarbeit für Biobanken und die Bereitstellung von Biobankdaten für Externe. Hier wurde u.a. BBMRI-ERIC – eine paneuropäische Forschungsinfrastruktur für Biobanken – vorgestellt. Das IRI hat zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) zu diesem Themenkomplex passend die in dem FP7-Forschungsprojekt „p-medicine“ entwickelte Metabiobanklösung „p-BioSPRE“ präsentiert.

p-BioSPRE steht für „p-medicine Biospecimen Search and Project Request Engine“. Es handelt sich dabei um eine Suchmaschine für Biomaterial und Daten. Biobankbetreiber, die daran interessiert sind, biologische Proben und dazugehörige Daten der Forschung zur Verfügung zu stellen, können hier anonyme Informationen über ihre Bestände bereitstellen. Registrierte Nutzer können in p-BioSPRE nach geeigneten Proben und Daten für ihre Forschung suchen und im Erfolgsfall direkt eine Anfrage an die betreffende Biobank richten. Dies stellt eine große Erleichterung für die Forscher und Biobanken dar. Forscher müssen nicht mehr auf gut Glück Anfragen an Biobanken richten, sondern können zeitsparend nach dem gewünschtem Material und Daten suchen. Biobanken können wiederum Informationen für die Forschungsgemeinschaft bereitstellen und mit der p-BioSPRE-Software entsprechende Anfragen schnell bearbeiten. Die Autonomie der Biobanken bleibt dabei gewahrt. BBMRI-Kriterien für Biobankdaten-Integrations-Systeme werden erfüllt. Für weitere Informationen zu p-BioSPRE können Sie das Poster: „p-BioSPRE: Datenschutzgerechte Ausgestaltung einer Suchmaschine für Biomaterial und Daten“ hier herunterladen. Im Tagungsband sind zwei Beiträge zum Thema p-BioSPRE abgedruckt worden. Für einen tieferen Einblick empfiehlt es sich, den in diesem Jahr in ecancermedicalscience veröffentlichten Artikel p-BioSPRE – an information and communication technology framework for transnational biomaterial sharing and access“ zu lesen. Auf der Website von p-medicine finden Sie zudem ausführliche Erklärungen in den dort herunterladbaren Gutachten: D5.3. „Report on legal and ethical issues regarding access to biobanks“ sowie D10.3.Biobank access services fully integrated into the p-medicine infrastructure

 

Ass. jur. Stefanie Hänold

 

3. Nationales Biobanken-Symposium: Posterbeiträge

3. Nationales Biobanken-Symposium: Posterbeiträge

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